2017teil5



Das Wecken am nächsten Morgen übernehmen unzählige Angler, die mit ihrem Equipment über den Steg zu ihren Booten laufen, um wenig später an unserem "Schlafzimmer" vorbeizuknattern. Kein Vorwurf! Einen hören wir sogar sagen: "Leute, ein bisschen leiser! Auf manchen Booten schlafen Leute!" (stimmt, und Hunde)
Hier scheint sich jedenfalls die Hochburg des Angeltourismus zu befinden. Petri Heil!
 
Nach Kaffee usw. hüpfen wir fix rüber nach Vitte, Langeort.

 
Langeort in Sicht


Vorher fahren wir noch um den Dornbusch, um zu angeln, aber das erweist sich als ungemütlich, also lassen wir das. Auch in Langeort ist der Hafen, wie auffallend oft in diesem Urlaub, relativ leer.

 
Fast ist der Urlaub vorbei. Aber heute, am 28.08., soll es nochmal ums Kap Arkona gehen, über die Tromper Wiek bis nach Lohme.

 
Und schon wieder die Küstenwache. Seit die Bundespolizei See seit wenigen Jahren auch kleinere Küstenwachschiffe besitzt, sieht man sie wirklich oft. Die größeren, hier fuhren ja nur die Eschwege und die Bredstedt, kamen gar nicht so dicht unter Land.


Kap Arkona, der Leuchtturm "Arkona" und der Schinkelturm
 
Unterwegs, das Wasser ist spiegelglatt, stellen wir wieder den Fischen nach. Und? Ja, wieder ohne Erfolg.


Lohme, schöner, kleiner Hafen unterhalb der Steilküste.

 
Auch hier, alles auffallend leer. Aber macht ja nichts. Wir klettern die vielen Stufen zum Hafenrestaurant hinauf und müssen auch nicht lange auf unser Weizenbier warten.


Es ergeben sich Gespräche mit netten, interessierten Leuten, übers Boot und die Taucherei. Später dann, an Bord, wird noch Fisch gecobbelt. Fernsehempfang gibt es hier nicht und so sitzen wir bis in Dunkelheit hinein in der Plicht und klönen.

 
29.08.
Schöner Morgen in Lohme. Berti nimmt allen Mut zusammen, erklimmt die (gefühlten) 843 Stufen der Steilküsten-Treppe nach Lohme, sucht und findet den Dorfladen und kauft lecker Brot und Brötchen.

 
Und da sind sie wieder, die Jungs von der Küstenwache, diesmal ist es die Bredstedt!


Das orangefarbende Kontrollboot kommt in den Hafen und die Jungs gehen von Bord und kontrollieren einige Boote. Ich kenne das, habe ich doch vor Jahren ein Praktikum bei ihnen gemacht. Deshalb will ich Berti unbedingt zeigen, wie das Kontrollboot während der Fahrt wieder an Bord gekrant wird.
Ich fand es damals schon so beeindruckend, es dauert nur Sekunden. Das kleine Boot fährt an Steuerboot neben das Schiff (welches selbst in Fahrt ist), wo an einem Ausleger hängend an der Wasseroberfläche treibend der Haken hängt, an dem das Boot am Bug eingeklinkt wird. Anschließend Motor aus und das Kontrollboot wird parallel gezogen, so dass es immer genau in der richtigen Position ist. Jetzt kommt von oben das Kabel vom Kran. Boot einhängen und schon geht es nach oben, wo es auf seinem Platz abgesetzt wird und die Besatzung von Bord geht.
Haken vom Bug ab und Ausleger einfahren, fertig.


Nachdem wir alles gesehen hatten, war Glowe unser Ziel. 


Für den Nachmittag hat sich mein Schwesterchen mit Familie angekündigt. Es ist aber erst Mittag. Also wieder auf Fischfang!
Und diesmal haben wir Glück. Nach ein paar Dorschen hören wir aber auf, wir wollen nicht mehr als wir essen können.


Alles wird direkt filetiert und kommt sofort in den Kühlschrank. Die Hunde nutzen die Rumdümpelei um sich auszuruhen. Wovon eigentlich?


Hafen Glowe

 
Und nachmittags sind sie dann da, Schwester mit zwei Töchtern und Schwiegertochter mit Hund. Da bietet sich erst mal ein kleiner Spaziergang am Strand an, damit sich alle austoben können. Anschließend machen wir noch eine gemeinsame Tour bis zum Kap Arkona. Der unvorbereitete "Landhund" wird von uns mit einer Schwimmweste gesichert. Er macht sich aber wirklich gut an Bord und süß ist er, diese Weimaraner-Augen...


30.08.
Langsam kommt Wehmut auf. Nur noch zwei Tage. Um 04 Uhr wache ich schon auf und kann nicht mehr schlafen. Also schnell noch alles Schöne fotografisch festhalten...


Heute wollen wir wieder ums Kap bis nach Neuendorf auf Hiddensee. Da waren wir noch nicht.

 
Auf der Fahrt ist mal wieder "Extrem-/Parallelschlafing" angesagt.

 
Hafen Neuendorf, Hiddensee


Selbstverständlich machen wir einen Spaziergang und sehen uns das Örtchen an. Es gibt aber nicht viel Örtchen. Dafür viele Touristen, die sich alle offensichtlich an der Schönheit der Insel erfreuen.

 
Und so sitzen wir am späten Nachmittag gegenüber vom Boot im Schatten und warten darauf, dass die Hitze erträglicher wird. Cupper und Timsen liegen friedlich vor uns auf dem Rasen.
Dann kommt zuerst eine Nachbar-Bootsfrau auf ihrem Fahrrad vorbeigefahren. Niemand reagiert. In ca. 20 Metern Abstand kommt ein zotteliger kleiner Hund hinterhergehechelt. Sicherheitshalber nehmen wir die frei liegenden Leinen unserer Hunde in die Hand. Aber unsere Beiden gucken nur wie er vorbeiläuft und machen GAR NICHTS. Aber dann, genau querab unserer Beiden, kläfflt der kleine Zottel Timsen an und läuft auf ihn zu. Timsen erschrickt und springt auf! Daraufhin erschrickt der Kleine und springt etwa zwei Meter zurück bis unmittelbar vor die Kaimauer und steht da mit aufgerissenen Augen. Zeitgleich springt Cupper auf und läuft zu ihm. Mich kugelt es dabei überschlagenderweise aus meinem Stuhl. 60 Kilo auf vier Beinen halte ich eben nicht stand! Trotzdem erkenne ich noch, wie Cupper nicht ganz rechtzeitig bremst und den Kleinen durch bloßes Anstupsen im hohen Bogen ins Hafenbecken kickt.
Anschließend stehen Timsen und Cupper an der Kaimauer und sehen sich gemeinsam das unter ihnen stattfindende Geplantsche an.
 
Schnell will ich den kleinen Zottel mit dem Bootshaken aus dem Wasser fischen, da kommt schon Frauchen zurück, klettert eine Leiter in der Spundwand hinunter, greift ihn und schmeißt ihn an Land. Er guckt unsere Hunde nicht mal mehr an. Auf meine Entschuldigung lacht Frauchen nur und sagt: "Hoffentlich hat er mal was draus gelernt und hat nicht immer so eine große Fr...e!"
Na ja, er hatte schließlich angefangen :-)

 
Jetzt, wo der kleine Widersacher gerettet und abgetrocknet wieder auf seinem Boot ist, müssen wir noch den ganzen Abend über immer wieder herzhaft über Cuppers Eingriffstechniken lachen!
 
Es ist der 31.08. - ich habe Geburtstag
Mitternacht hatten wir nicht mehr geschafft, um anzustoßen, zu müde, oder zu lustig? Jedenfalls ist heute der letzte Seetag. Letzte kleine Überfahrt nach Schaprode. Dort soll das Boot aus dem Wasser.


Schaprode. Diese Slipanlage soll es werden. Sie kommt uns jedenfall geeignet vor.

 
Abends soll Berti von Schneckchen abgeholt werden um zum Auto und Trailer gebracht zu werden. Beides konnten wir ja mit ihrer Hilfe in Altefähr abstellen.
 
Da sie aber erst Abends kommen kann setzen wir uns noch mal in die kleine "Spelunke" am Fähranleger und sehen dem Treiben zu. Und plötzlich... Wer läuft da denn von der Fähre kommend???
Der Wetterfrosch von Hiddensee, wie man ihn aus dem Fernsehen kennt, Stefan Kreibohm. Aber klar, wie soll er denn sonst zu seinem Arbeitsplatz kommen?


Dann wird Berti abgeholt und ich gehe noch ein bisschen mit den Hunden die Gegend angucken. Schon fast im Dunkeln kommt er dann mit Auto und Trailer zurück. Beides darf schon auf dem Gelände stehen bleiben. Prima.


01.09.
Heute ist Rückreise. Die Hunde gucken wir immer traurig das Procedere mit an. Sie kennen das schon. Alles wird hin- und hergeräumt und verzurrt. Und sie wissen genau - das war's mal wieder mit dem Lotterleben. Das Boot an Land bedeutet einfach nichts Gutes.


So, ihr Lieben, das war's mal wieder. Wir sind zuhause und senden euch liebe Grüße,

Wir berichten von der nächsten Tour aus 2018!
 
                                                                       Käpt'n Berti mit Timsen   &   Angi mit Cupper
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