2015teil4


Gegen 16 Uhr ist es geschafft. Der Greifswalder Bodden ist überquert. An der Stralsunder Werft und dem Nautineum Dänholm vorbei...

... und unter der Rügenbrücke hindurch erreichen wir Stralsund. Vor genau vier Wochen sind wir noch mit Auto und Trailer über die Brücke gefahren, um hier den Urlaub zu beginnen. Aber das hatte ja nicht geklappt.

 
Der Hafen ist groß und schön und wir bekommen einen guten Platz. Die Hunde freuen sich zur Abwechslung mal über festen Boden unter den Füßen. Als am Nachmittag plötzlich etliche Segler rausfahren, merken wir, dass noch eine Regatta stattfindet.
 
 
Abends brechen wir noch zu einem Rundgang im Hafenviertel auf. Alles recht urig hier. An dem Fischkutter "Free Willy" essen wir noch lecker. Sehr zu empfehlen! Nette Leute und alles frisch!


Dann geht's aber auch zurück zum Boot und wir genießen noch die Hafenatmosphäre am Abend.


Donnerstag, 03.09.. Ausgiebiger Spaziergang durch die unmittelbare Altstadt. Sehr, sehr schön hier. Unisono stellen wir fest: Hier könnte man schön leben.
Kurz vor Mittag brechen wir auf in Richtung Rügen. In Schaprode wollen wir tanken. An der Tankstelle machen wir fest und lesen, dass wir noch bis 15:30 Uhr warten müssen. Erst dann ist wieder geöffnet. So ist es eben.
Aber überraschenderweise kommt der Hafenmeister schon um 14:15 Uhr. Wir tanken und legen ab in strömendem Regen.
Wenig später drehen wir um. Wir haben beschlossen zu bleiben. Schwimmstege, Hafen nicht sehr belegt, Sanitärgebäude in unmittelbarer Nähe und riesige Spielwiese für die Wuffis. Nur die Stege haben besonders großmaschige Gitterroste; da müssen alle Pfötchen breit gemacht und das Schnäuzchen mit eingesetzt werden, um nicht durchzufallen ;-)

 
Und dann ist da noch das nennenswerte Restaurant "Schillings Gasthof", worüber wir schon eine Sendung im Fernsehen gesehen haben.
Der Betreiber züchtet seine Rinder auf der nebenliegenden Insel Öhe. Frischer geht ja nicht. In der Gaststätte und im dazugehörigen Hofladen wird dann das Fleisch bzw. die Wurst angeboten. Großes Lob an die Qualität! Auch wie technisches Gerät wie Traktoren etc. mit einer Minifähre übergesetzt wird ist eine Show für sich und man kann es während des Essens beobachten.


Ein dunstiger Morgen. Gegen 11:15 Uhr schaffen wir den Ableger in Richtung Hiddensee. Wir wollen nach Kloster und zum Leuchtturm Dornbusch wandern. Ein ewiges Postkartenmotiv.
Für die nächsten paar Tage ist Sturm angesagt. Deshalb haben wir vor, über die "Sturmzeit" festzuliegen und Hiddensee zu erkunden.
Im Hafen Kloster angekommen stellen wir schnell fest, dass er gar nicht für uns geeignet ist. Nur Dalben.


Die Hunde müssen aber seitlich über die Schläuche. Also zurück nach Vitte, Lange-Ort. Weil zu dieser Jahreszeit und diesem Wetter nicht mehr ganz so viel los ist, dürfen wir trotz Dalben längs am Steg festmachen. Der nette Hafenmeister, der uns die drei Boxen zum Preis von einer gibt, ist lediglich besorgt, wenn der Sturm kommt. Dieser würde das Boot gegen den Steg schleudern.
Wir entgegnen, dass wir die Verantwortung selbst tragen und machen fest. Hier werden wir nun bleiben, bis der vorhergesagte Sturm vorüber ist. Alsbald schnappen wir uns die Wuffis und tingeln durch Vitte. Noch ist es sonnig und warm.


Nachdem wir spazieren waren, bringen wir die Hunde an Bord und ziehen uns um. Es soll der letzte sommerliche Tag werden.


Mit den Bordfahrrädern geht es zurück ins Dorf. Wir sehen uns die wenigen Möglichkeiten zum Abendessen an, lesen Speisekarten in Außen-Infotafeln, sehen das Ambiente verschiedener Gaststätten und entscheiden uns schließlich für die Fischerklause im Kommunalhafen Vitte (rechts im Bild).
Wir gehen hinein, am Tresen entlang, sagen nett "Guten Abend" - keine Antwort von zwei Frauen hinter der Theke, die sich unterhalten. Kein Problem, sind vielleicht mit den Gedanken woanders. Also setzen wir uns in das absolut leere Lokal und warten in etwa zwei Meter Abstand zu den Beiden. Nach ca. 5 Minuten kommt ein weiterer Gast und setzt sich an den Tisch neben uns. Daraufhin setzt sich eine der Beiden in Bewegung, nimmt eine Karte, läuft an uns wortlos vorbei, legt ihm die Karte hin und fragt, ob er schon zu Trinken bestellen möchte. Auf dem Rückweg wieder wortlos an uns vorbei. Wir können es nicht fassen. Sind wir doch freundlich, gut gekleidet und haben nicht einmal die Hunde dabei. Einfach ein Pärchen, das essen möchte!
 
Nachdem der andere Gast sein Getränk hat, man mehrfach ohne Tagesgruß / Blickkontakt an uns vorbeigelaufen ist und ca. weitere 10 Minuten vergangen sind, gehen wir. Wir können unser Geld auch anderswo loswerden.
Den Höhepunkt der Unverschämtheit erleben wir aber, als wir an den Gästen draußen vorbei mussten und dieselbe Bedienung zu denen laut hörbar sagte: "Das sind Gäste, die nicht schnell genug bedient wurden!" Unfassbar!!!

 
Samstag, 05.09. Der Tag beginnt mit einem Sonne-Regen-Wolken-Mix. Also Persenning drauf, damit auch die Plicht schön trocken bleibt. Auch die Seitenteile werden jetzt angebaut. Der Sommer ist endgültig vorbei.


Unsere "Seehunde" verkriechen sich unter Deck und wünschen nicht gestört zu werden. Also ziehen wir nachmittags mal allein los.
Am Strand von Vitte.


Auch für den Samstag bleibt festzustellen, dass die Hiddensee-Bevölkerung keinen sehr netten Eindruck macht. Bis auf die Eisverkäuferin im Hafen von Vitte. Sie war die einzige, die ein Lächeln und freundliche Worte übrig hatte.
Hiddensee bekommt seine Touristen mehrfach am Tag tonnenweise von der Fähre auf die Insel gekippt. Da hat man es nicht wirklich nötig, sich um die Gunst der Leute zu bemühen.
 
Abends lassen schwere Wolken erahnen, was da noch auf uns zukommt. Wir retten die Situation mit einem leckeren Fischergeist und gehen früh schlafen.


Über Nacht und bis zum Morgen 7 - 9 Beaufort, starke Böen und Regen. Am Morgen drehen wir das Boot um, damit es wieder mit der Nase im Wind liegt. So sind wir geschützter in der Plicht, die nach hinten offen ist.


Gegen 15:00 Uhr, als es nicht mehr regnet, wagen wir einen Spaziergang zum Leuchtturm Dornbusch, ganz im Norden. Ein so beliebtes Postkartenmotiv müssen wir live und aus der Nähe sehen.
Wir sind sehr begeistert von den ganz außergewöhnlichen Farben auf der Insel. Hier der Blick auf den Hafen Kloster.


Blick zurück über die Insel in Richtung Süden. Dann der Hinweis auf die Gaststätte "Zum Klausner". Genau das brauchen wir jetzt. Eine Pause und ein Bier.

 
Endlich, nach kilometerlanger Wanderung, ist er da. Leuchtturm Dornbusch. Wirklich keine Enttäuschung. Einfach nur wunderschön. Aber jetzt ist es später Nachmittag und wir kommen ein paar Minuten zu spät. Tagsüber kann man ihn auch von innen besichtigen.


Nach ca. 10 km Fußweg sind wir gegen 18:30 Uhr wieder im Hafen Langeort. Die Landschaft ist unbeschreiblich schön.

 
Nun ist es schon Montag, 07.09.
Gestern Abend haben wir aufgrund der niedrigen Temperaturen dann auch den ersten Grog im Urlaub getrunken. Aber der Morgen ist schön. Der Wind hat nachgelassen und die Sonne scheint vom blauen Himmel. Also zur Abwechslung mal an den Strand. Der Hundestrand fängt allerdings erst an, wo die Bebauung aufhört. Also weit in Richtung Süden. Aber wir schaffen das. Enzo badet wie ein Weltmeister, während Cupper seinem Frisbee-Lappen hinterherläuft.


Auf dem Rückweg essen wir in Vitte noch je einen Flammkuchen. An den Nachbarstisch setzen sich zwei Frauen, die sich über die erlebte Gastunfreundlichkeit auf Hiddensee unterhalten. Wir sind also nicht die einzigen Urlauber, die das so empfinden. Hört, hört! 


Morgens heißt es: Klar Schiff machen und ablegen. Nochmal zurück nach Stralsund. Wir sind mit unserem Töchterchen und ihrem neuen Freund verabredet.
Bevor wir in Stralsund anlegen, sehen wir uns den Hafen Altefähr (oben im Bild) noch von der Wasserseite aus an. Ansich ein sehr schöner Hafen. Schade, dass wir hier nicht slippen konnten.

 
Abends noch schick mit den Beiden was essen und am nächsten Tag Shoppen in der Altstadt. Ich wiederhole mich, aber Stralsund ist traumhaft schön.
So große Hunde in der Fußgängerzone liegend ohne Herrchen oder Frauchen dabei, scheint hier jedoch nicht zum gängigen Stadtbild zu gehören. Trauben von Menschen versammeln sich um die Beiden. Das Blitzlichtgewitter lassen sie souverän über sich ergehen. Auf wievielen Urlaubsfotos die wohl jetzt verewigt sind...


10.09. Wir sollten aufbrechen... Santiano ruft...
Also los. Wieder zurück durch den Strelasund, vorbei an Hiddensee bis kurz vor Vitte, dann nach Steuerbord in Richtung Breetzer Bodden. Die Wittower Fähre lassen wir mal lieber queren, bevor es weiter geht.


Unterwegs besonderes Licht und schwarzes Wasser.

Vier Stunden später laufen wir in Ralswiek ein. Der Hafen ist fast leer und wir können uns ein Plätzchen aussuchen. Also sichern wir uns gleich den ersten Steg mit grandioser Aussicht auf den Großen Jasmunder Bodden.


Jetzt ist nur noch Warten auf das Konzert angesagt. Also verbringen wir die nächsten zwei Tage, meistens bei Schietwetter, mit Bummeln.
Die Störtebeker Festspiele sind seit ein paar Tagen vorbei. Die Koggen stehen bereits an Land.

 
Schloss Ralswiek mit Blick hinab zur Naturbühne. Santiano baut bereits auf :-)

 
Dann endlich das lang ersehnte Konzert von Santiano! Herrlich, schöner kann die Kulisse nicht sein! 
Die Hunde bleiben an Bord. Cupper in der Kajüte, die mit einem ausbruchsicheren Gitter gesichert wird und Enzo in der Plicht. Zum Steg hoch sind es über die Schläuche locker 120 cm, also keine Sorge, dass Enzo von Bord geht.
Zum Abschluss des Konzerts dann ein Riesen-Feuerwerk, wie man es auch von den Störtebeker Festspielen kennt.
Anschließend gehen wir zurück zum Hafen, als Cupper uns entgegenkommt, obwohl es ihm nicht möglich war auszubrechen. Was war passiert??? Berti rennt los, um zu sehen, was mit Enzo ist. Über Bord gegangen? Ertrunken? Geklaut?...
Wir finden Enzo wohlbehalten in der Kajüte - das Gitter liegt auf ihm. 
Lange, lange grübeln wir, was passiert war. Irgendwann haben wir die Lösung. Von innen konnte man das Gitter nicht öffnen, aber von außen. Enzo wird sich beim Feuerwerk erschreckt haben und ist in die Kajüte EINGEBROCHEN und hat da Schutz gesucht. Daraufhin war der Ein-/ Ausgang frei und Cupper konnte von Bord gehen bzw. springen!

Am 13.09. ist dann großes Ablegen angesagt. Wie an einer Perlenkette verlassen die Segler den Hafen. Es war doch noch recht voll geworden.
 
Von nun an müssen wir langsam an die Rückreise nach Kühlungsborn denken. Noch eine Woche, dann muss das Boot auf dem Trailer und auf der Autobahn in Fahrtrichtung Münsterland sein.
Obwohl wir nach dem Morgengang mit den Hunden um 12:35 Uhr mal wieder als letzte loskommen, können wir aber überholen. Jetzt beginnt der Kampf um einen Platz im kleinen Hafen von Barhöft.


Geschafft. Drei Stunden nach Abfahrt haben wir ein gutes Plätzchen gefunden!

 
Nachdem wir am Montag nochmal vollgetankt haben, starten wir gegen 11:00 Uhr bei Wind aus S/O und 5 Beaufort die Fahrt um den Darß nach Kühlungsborn. Wir haben die Welle von hinten, super!


Gegen 16:00 Uhr sind wir Höhe Rostock. Wir machen einen Abstecher in den alten Strom und legen anschließend in Hohe Düne an. Doch es hört einfach nicht auf zu regnen. Was soll man mit diesem Nachmittag anfangen? Auf dem Boot ist es trocken. Aber wenn wir hier eh gefangen sind können wir auch gleich weiterfahren. Also auf nach Kühlungsborn.
Die Persenning über der Plicht bleibt drauf. Mal sehen ob das funktioniert.

 
Gegen 18:30 Uhr sind wir zurück. Hafen Kühlungsborn. Der Regen hört irgendwann auf und wir erleben einen typisch nordischen Sonnenuntergang.

 
Die nächsten Tage machen wir noch Kurzausflüge mit dem Boot, Strandspaziergänge usw., bevor Berti das Auto und den Trailer zum Hafen holt.

 
Im Osten Heiligendamm... im Westen Bastorf und Rerik...


Am 17.09., seinem Geburtstag, radelt Berti mit Curti los zu Felix & Gabi. Richtig gute Freunde! Auf deren Grundstück stehen Auto und Trailer. Also Curti ins Auto gepackt und zurück zum Hafen.
Felix, Gabi... Danke für alles :-)
 
Alles steht bereit. Abends noch den Fischergeist vernichtet, traurig den Sonnenuntergang und die mächtigen Wolken beobachtet. Und dann ist es soweit. Am 18.09. müssen die Wuffis mit ansehen, wie das Boot mit 339 Betriebsstunden aus dem Wasser gezogen wird und das Lotterleben vorbei sein soll. 

 
Wir wollen es ja selbst nicht glauben. Hatten uns gerade daran gewöhnt. Aber ab und zu muss man eben arbeiten um zu leben!
 
Wir berichten von der nächsten Tour aus 2016!
 
                                                                       Liebe Grüße von Käpt'n Berti und
                                                                                                        Angi, Cupper & Enzo M.
zurück
Share by:
Ferienwohnungen am Strand & Reiseberichte mit dem Boot Hydra